Rheindorf, eine historische Betrachtung
Rheindorf besaß bereits im Jahre 1170 eine Kirche, und 1183 wurde Rheindorf schon als Pfarrort verzeichnet, zu dessen Kirchspiel auch die Orte Reusrath und
Hitdorf gehörten. Patronat und Colationsrecht der Rheindorfer Kirche müssen nach den vorliegenden Quellen mehrfach zwischen dem Kloster Dünnwald und er
Abtei Altenberg, einigen Kirchen in Köln sowie den Rittern von Rheindorf gewechselt haben.
Der Sitz der Ritter von Rheindorf, die Burg gleichen Namens, wurde schon im 13. Jahrhundert als feste Burg der Grafen von Berg am Rhein erwähnt, und war
landtagsfähiges Rittergurt. Das Schloß wurde mehrfach zerstört, zuletzt im zweiten Weltkrieg. Unter den Rheindorfer Höfen ist namentlich das Gut Wambach an
der Wupper zu erwähnen, das 1193 vom Grafen Adolf von Berg dem Kloster Dünnwald als Klostergut übereignet wurde. Daneben gab es schon früh eine Reihe
weiterer, in Kirchen- und Klosterbesitz stehender Höfe. Der Anbau von Feldfrüchten ist für Roggen und Weizen, für Hafer, Gerste, Buchweizen sowie für
Erbsen und Möhren überliefert; auch findet die Aussaat von Klee und die Heuernte auf den Wiesen der Wupperauen Erwähnung. Außerdem besaß in Rheindorf
in früheren Zeiten ausgedehnte Waldungen, die ihren Standort nördlich des Ortes, am Übergang zu den Kiesgebieten der Mittelterrasse hatten. Der Ort selber
teilte sich in drei alte, heute noch erkennbare Kerne: der größte liegt um die Aldegundis Kirche zwischen Unter- und Felderstraße, dann folgt der des „
Oberdorfes“, und der kleinste gruppiert sich um die Feldkampstraße. Schon um 1411 war Rheindorf Sitz einer Zollnebenstelle der Zollstelle Mülheim für den
Rheinverkehr, die in Verbindung zur hiesigen Rheinfähre stand. Diese Rheinfähre war noch um 1830 die einzige im Umkreis, die zum Übersetzen von
Fahrzeugen geeignet erschien; sie war mit dem bergischen Hinterland durch die Solinger Straße verbunden. Erst in späteren Jahren hat Hitdorf, nachdem es
einen Hafen ausgebaut und den Güterumschlag des Solinger Raumes an sich gezogen hatte, den Fährbetrieb übernommen, und seit dieser Zeit ist der
Rheindorfer Fähre nur noch lokale Bedeutung beizumessen. Uferstreifens dem Dorf doch immer wieder neue Kräfte, die es ihnen erlaubten bis in unsere Tage
ein Eigenleben zu führen. Die Einwohner Rheindorfs - 1797 zählte man 395, 1830 dann 691 Einwohner - waren vor allem in der Landwirtschaft tätig, einige
mögen auch Fischer gewesen sein. Unter den Gewerbebetrieben des Ortes sind vor allem die Korbflechtereien zu nennen, für die die Weiden der
Wupperniederung genutzt wurden; daneben zählte man um 1830 hier drei Ziegeleien, die die umliegenden Dörfer mit Dachziegeln versorgten, und als im 18.
Jahrhundert in Hitdorf die Tabakverarbeitung heimisch wurde, betrieben auch einige Rheindorfer de Herstellung von Zigarren und Rauchtabak in Heimarbeit.
Man kann Rheindorf für die Vergangenheit als einen der wohlhabendsten Orte des Leverkusener Raumes ansprechen; und wenn auch hin und wieder durch
Rhein- bzw. Wupperhochwasser - gegen die sich der Ort durch hohe Deiche zu schützen versuchte - und Plünderungen durchziehender Truppen Rückschläge
eintraten, so gab die Landwirtschaft auch den fruchtbaren Böden des Uferstreifens dem Dorf doch immer wieder neue Kräfte, die es ihnen erlaubten bis in
unsere Tage ein Eigenleben zu führen.
Home
Der Verein
Tradition
Sportbereich
Jugend
Fotoalbum
Gästebuch
Archiv
Links
Kontakt
Impressum
Besucherzähler
Schießverein 1910
Lev.-Rheindorf e.V.
Aktuelles
(co):
Markus Zaß
Webmaster
SV 1910 Rheindorf e.V.