Schützenwesen in Leverkusen und Umgebung Home Der Verein Tradition Sportbereich Jugend Fotoalbum Gästebuch Archiv Links Kontakt Impressum Das Schützenwesen im Raum Leverkusen und in den Nachbargemeinden wird, betrachtet man die her ansässigen Schützenbruderschaften und Schützenve- reine mit ihren jährlichen Schützenfesten, sehr aktiv gepflegt. Existieren doch gegenwärtig im Stadtgebiet Leverkusen noch 11 historische Schützenbruder- schaften und vier weltliche Schützen-vereine. Es sind die Sankt Sebastianus Schützenbruderschaften: Leverkusen-Bürrig/Küppersteg, Leverkusen-Hitdorf, Leverkusen-Quettingen, Leverkusen-Rheindorf, Leverkusen-Schlebusch, Leverkusen-Wiesdorf sowie die Sankt Hubertus Schützenbruder-schaft Leverkusen- Steinbüchel und die Sankt Johannes Nepomuk Schützenbruderschaft Leverkusen-Fettehenne. Daneben die weltlichen Schützenvereine: Schützenverein 1926 Leverkusen-Bürrig, Schießgesellschaft 1925 Leverkusen-Kreuzbroich, Schießverein 1910 Leverkusen-Rheindorf und der Schützenverein 1911 Leverkusen- Wiesdorf. Hinzu kommen in den Nachbargemeinden die Schützenbruder-schaften Monheim, Monheim-Baumberg, Langenfeld-Mehlbruch, Langenfeld-Reusrath, Köln-Flittard, sowie auf der gegenüberliegenden Rheinseite die Schützenbruderschaften Köln-Merkenich, Köln-Rheinkassel/Langel und Köln-Fühlingen. Im 14. und 15. Jahrhundert entstanden in unserer Gegend die ersten Schützenbruder-schaften, auch Bet- und Pestbruderschaften genannt. Ursprünglich leisteten sie Sama-riterdienste und beschützten Kirche und die Bürger gegen kriegerische Übergriffe, daher die Orientierung zur Katholischen Kirche. Die Schützenbruderschaft Monheim gibt ihr Gründungsjahr mit 1350 an, die Schützenbruderschaft Leverkusen-Schlebusch mit 1418 und die Schützenbruderschaften Leverkusen-Hitdorf und Leverkusen-Rheindorf mit 1428. Um 1900, vor dem 1. Weltkrieg und danach in den 20er Jahren, gründeten sich im jetzigen Stadtgebiet von Leverkusen und Umgebung etliche freie Schützenvereine. Die Mitglieder waren meist junge Industriearbeiter. Die originellste Entstehungsgeschichte hat wohl der Schießverein Rheindorf; er ging aus einem Raucherklub hervor. Junge Männer trafen sich Samstagabends zum Wettrauchen aus langen Tonpfeifen. Auf Dauer wurde das Rauchen langweilig und so begann man im November 1910 im Vereinszimmer mit Luftgewehren Bolzen-Schießwettbewerbe durchzuführen. Schon zwei Jahre später wurde auf vereinseigenem Hochstand mit dem Vogel- und Sternschießen mit Kaliber 16 und 6 mm Kleinkaliber begonnen. Es ist überliefert, dass der Verein in dieser Zeit mit anderen freien Vereinen der Gegend dem Bergischen Vogel- und Sternschützenverband beitrat. Leider fehlen jegliche schriftliche Quellen aus dieser Zeit. Nach dem zweiten Weltkrieg schlossen sich einige weltliche Schützenvereine den historischen Bruderschaften an oder gaben ganz auf, wie der Schützenverein Bergisch-Neukirchen 1927, der Allgemeine Schießverein Hitdorf, der Bürgerschützenverein Monheim, der Schützenverein Pattscheid 1925, der Schützenverein 1924 Leverkusen-Manfort und der Schießverein 1913 Leverkusen-Schlebusch. Der Schießverein 1910 Leverkusen-Rheindorf und der Schützenverein 1926 Leverkusen-Bürrig waren die Vereine aus unserem Stadtgebiet, die sich 1951 dem wieder gegrün-deten Bergischen Vogel- und Sternschützenverband anschlossen. In den 50er und 60er Jahren erlebte das Schützenwesen und damit verbunden das Sternschießen eine Glanzzeit. Zunächst wurde mit Luftdruckgewehren geschossen und etwa seit Anfang der 1960er Jahre auch wieder mit 6 mm Kleinkaliber. Es wurden die Schützenfeste der Verbands-vereine in Solingen und Leichlingen besucht. Dazu kamen die Schützenfeste der Bruderschaften in Leverkusen-Bürrig/Küppersteg, Hitdorf, Monheim, sogar die Kölner Vororte Flittard und auf der linken Rheinseite Köln-Merkenich, Köln-Langel und Köln-Fühlingen besucht. In der Schützen-festsaison Mai bis September kamen so 17 bis 19 Festbesuche zusammen. Da diese Besuche zu Gegenbesuchen verpflichteten, nahmen an den damaligen Preisschießen bei den Schützenfesten bis zu 240 Schützen teil. Eines der ersten Verbandsfeste nach der Neugründung des Bergischen Vogel- und Sternschützen-verbandes fand im September 1953 in Rheindorf statt. 16 Vereine wetteiferten den ganzen Tag um den Wanderpreis, die Gruppenpreise und die Einzelmeisterschaft. Unterbrochen wurde das Schießen am Nachmittag für einen gemeinsamen Festzug zur Ehrung der Gefallenen und Toten am Denkmal. Die Siegerehrung wurde am gleichen Tag im Saal „Rheinischer Hof“ in einem fest-lichen Rahmen durchgeführt. 1962 wurde in Rheindorf erstmals eine Stadtmeisterschaft der Sternschützen ausgetragen. Von den 14 Leverkusener Schützenbruderschaften und Schützen- vereine nahmen 10 Vereine teil. Jeder Verein konnte mehrere Mannschaften zu je fünf Schützen stellen. 1. Mannschaftssieger wurde der Schützen Bürrig 1926. Die damals festgelegten Regeln haben bei den heutigen Stadtmeisterschaften noch Gültigkeit. Mittlerweile finden auch im sportlichen Schießen Stadtmeisterschaften statt. eit Ende der 1970er, Anfang der 1980er Jahre trifft man in den meisten Vereinen Frauen an; nicht nur als Hilfen bei den Schützenfesten, sondern auch im schießsportlichen Bereich und auch in den Vorstandstätigkeiten. Beim Königsvogelschießen sind die Damen in vielen Vereinen erstzunehmenden Konkur- rentinnen. So hat der Schützenverein 1911 Leverkusen-Wiesdorf bereits fünf Damen in seinen Reihen, die durch eigenen Vogelschuss die Königswürde erzielten. Bis in die 1990er Jahre besaßen nahezu alle Bruderschaften und Schützenvereine eigene Hochschießstände für das Vogel- und Sterneschießen. Bedingt durch Grundstücks-verkäufe oder Besitzerwechsel wurden viele Schießstände aufgegeben. Hinzu kam, dass durch behördliche Auflagen und strengere Vorschriften weitere Vereine ihre Schieß-stände nicht erhalten konnten. Im Januar 2002 wurden in der Stadt Leverkusen alle Hochschießstände von der Behörde geschlossen. In einigen Vereinen behilft man sich mit mobilen Hochschießständen, die auch ausgeliehen werden. Hochschießstände bzw. Flachhochstände werden in Leverkusen-Hitdorf und Leverkusen-Kreuzbroich noch zum Sternschießen genutzt. Der Schützenverein Bürrig und der Schießverein Rheindorf konnten 2002 bzw. 2003 durch komplette Neubauten der Schießanlagen das traditionelle „Vogel- und Sternschießen“ erhalten und weiterführen. Die Bedeutung und das Interesse am Sternschießen nahmen durch die Schließung der Hochstände ab. Die Vereine wandten sich dem Sportschießen zu und traten dem Rheinischen Schützenbund bei. Quelle: Schützenwesen in Leverkusen und Umgebung (von Erwin Kössinger) aus dem Buch „Hundert Jahre Vogel- und Sternschießen im Bergischen Land“ Besucherzähler Schießverein 1910 Lev.-Rheindorf e.V. Aktuelles (co): Markus Zaß Webmaster SV 1910 Rheindorf e.V.